Sind alle Ideen nur Makulatur?
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Münchenanzeiger
Würmtal, 15.02.2012 12:00 |
 Wie der Durchgangsverkehr künftig durch das Würmtal fließen wird, darüber diskutieren die Gemeinderäte seit Jahren. Die Variante D vom 16.4.07, die der derzeitigen Beschlusslage entspricht, sieht vor, die heutigen Autobahnanschlüsse zu verlegen. Die neue Staatsstraße 2063 würde dann von der Pasinger Straße östlich der Heitmeier Siedlung entlang gehen. Im weiteren Verlauf könnte die St2063 neu dann am Gräfelfinger Gewerbegebiet entlang, an die Würmtalstraße angebunden werden. Doch es regt sich Widerstand gegen dieses Variante. Grafik: Gemeinde Gräfelfing Staatsstraße 2063neu: Gräfelfinger Gemeinderäte bringen weitere Alternativen auf den Tisch
GRÄFELFING (flü) Es ist schon ein ganz schönes Verwirrspiel, wie die Staatsstraße 2063neu verlaufen könnte. Der Umweltausschuss des Gräfelfinger Gemeinderats nahm insgesamt neun Varianten unter die Lupe: mit Rückbau der Pasinger Straße und ohne, mit einer Anschlussstelle an die A96 oder mit zwei, mit Nordverlängerung oder ohne, mit Südverlängerung oder ohne.
Zugrunde liegt der Wunsch aller Fraktionen, den Durchgangsverkehr aus Gräfelfing heraus zu bekommen. Wie genau das am besten funktionieren könnte, darüber scheiden sich aber die Geister.
Georg Lindner vom Ingenieurbüro Wagner hatte alle Varianten in Luftbilder eingetragen und in der Sitzung erläutert - ohne die jeweiligen Alternativen zu kommentieren. Auf Nachfrage des Bürgermeisters Christoph Göbel, gab Lindner aber an, dass er die meisten Varianten als „sehr, sehr kritisch“ betrachte. Die wichtigsten Fragen seien die rechtlichen, so Lindner.
Ein „Knackpunkt“ sei die Anschlussstelle (AS) an die Autobahn. Zum einen stelle das Bundesverkehrsministerium die Entscheidung über die AS. Zum anderen gebe es bestimmte rechtliche Vorraussetzungen, die eingehalten werden müssen. Daher sei er sich zu 99,9 Prozent sicher, dass es keine zwei Anschlussstellen geben werde, wie es in einigen Variante vorgeschlagen werde. Auch die Abstufung der jetzigen Staatsstraße zur Ortsstraße sei problematisch, denn Autobahnzubringer als Ortsstraße, „das geht nicht“. Das Bundesverkehrsministerium gehe „sehr restriktiv“ mit Genehmigungen um. Bund und Freistaat werden sich nicht auf eine Anbindung der AS an eine Ortsstraße einlassen. Das habe seine Erfahrung in ähnlichen Fällen gezeigt, so Lindner.
Die Ernüchterung, die vielen Gemeinderäten anhand dieser Einschätzung an den Gesichtern abzulesen war, sprach Hans Furbach (AIG) aus: “Das ist schlimm. Dann würden ja alle Varianten wegfallen!“
Alle Varianten werden nun nach den Gesichtspunkten der Verkehrsplanung, der Lärmentwicklung und der rechtlichen Fragen untersucht. Jürgen Lüsch forderte aber, dass dies nicht „länger als zwei, drei Monate dauern“ sollte.
Susanne Flügel |
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