Pioniere der Krankenpflege
|
Nachricht von:
Münchenanzeiger
Nymphenburg, 01.02.2012 12:00 |
 Das Stammhaus 1912 - damals noch nahezu auf "freiem Feld" an der Menzinger Straße. Fotos: Archiv Dritter Orden 100 Jahre Klinikum Dritter Orden in Nymphenburg
NYMPHENBURG (U.L./–) Eine Institution feiert heute Jubiläum: Am 1. Februar 1912 wurde das Klinikum Dritter Orden mit 100 chirurgischen Betten unter der Trägerschaft der Schwesternschaft der Krankenfürsorge des Dritten Ordens als Lehrkrankenhaus eröffnet. Es wurde nach den damals neuesten medizinischen Erkenntnissen ausgestattet und leistete bei der Formulierung von Standards für die Ausbildung in der Krankenpflege bayernweit Pionierarbeit. In seiner 100-jährigen Geschichte ist das Leistungsspektrum stetig gewachsen: Neben neun Fachabteilungen und einigen Belegabteilungen beherbergt das Klinikum Dritter Orden heute zehn medi- zinische Zentren.
Mit der Gründung der Schwesternschaft der Krankenfürsorge des Dritten Ordens im Oktober 1902 nahm die Erfolgsgeschichte des Klinikums ihren Anfang. Die Ordensschwestern sollten für ihren Dienst am Nächsten in Krankheit, Alter und Not eine fundierte Ausbildung bekommen. So kam es zum Bau des Krankenhauses Dritter Orden mit 100 chirurgischen Betten unter der Trägerschaft der Schwesternschaft der Krankenfürsorge des Dritten Ordens an der Menzinger Straße, das exakt heute vor 100 Jahren, am 01.02.1912, den Betrieb aufnahm.
Beständigkeit und Erneuerung haben sich in der Entwicklungsgeschichte des Klinikums immer ergänzt und als Erfolgsgaranten erwiesen: Der auf Nächstenliebe gegründete franziskanische Geist, dem sich das Klinikum bis heute verbunden fühlt, und die moderne Medizin sind eine fruchtbare Symbiose eingegangen.
Das Klinikum blickt anläßlich des Jubiläums nicht ohne Stolz auf wegweisende Entscheidungen zurück: „Die Entwicklung von der ursprünglich chirurgischen Fachklinik zum Schwerpunktkrankenhaus mit einem umfangreichen Angebot diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten war und ist geprägt von einem hohen Maß an ärztlicher Neugier und organi- satorischer Aufgeschlossenheit. Beispielhaft für diesen gemeinsamen Pioniergeist von verantwortlichen Ärzten und Klinikleitung seien erwähnt die eingehende Beschäftigung mit der Schilddrüsenchirurgie seit der Gründung des Hauses, wegweisende Erkenntnisse in der Allergologie, die frühe Einrichtung einer thoraxchirurgischen Station in den 1930er Jahren, die Einführung der Intubationsnarkose für abdominelle Operationen 1951, der Einstieg in die gastroenterologische Endoskopie Anfang der 1970er Jahre, das frühzeitige Aufgreifen minimal-invasiver Operationsmethoden Ende der 1980er Jahre, die 1994 erfolgte Einrichtung eines sogenannten Herzkatheterlabors, die Schaffung eines Mutter-Kind-Zentrums unter einem Dach mit optimalen Voraussetzungen zur chirurgischen Korrektur angeborener Fehlbildungen im Jahre 2002 und schließlich auch im Herbst 2011 die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft zum ersten onkologischen Zentrum Münchens.“
Das ging nicht ohne rege Bautätigkeit: 1927 bis 1957 erfolgte eine fachliche wie bauliche Erweiterung des Krankenhauses in mehreren Schritten und 1985 bis 2001 die Gesamtsanierung des Krankenhauses Dritter Orden mit Neu- und Umbau des Funktionsgebäudes, des Bettentraktes und des Schul- und Verwaltungsgebäudes. Nachdem die Schwesternschaft des Dritten Ordens im Jahr 1995 außerdem die Trägerschaft der Kinderklinik an der Lachnerstraße übernahm, kam an der Franz-Schrank-Straße 8 ein architektonisch äußerst anspruchsvoller Bau für die 2002 eröffnete Kinderklinik Dritter Orden hinzu. Diese platzt nach zehn Jahren bereits aus allen Nähten und wird aktuell erweitert (Fertigstellung im Sommer 2013). Weitere Bauabsichten gelten dem Ausbau der Erwachsenen-Intensivabteilung (Stichwort „Intermediate Care“) und der Verwirklichung einer zentralen OP-Einheit. Prof. Dr. Wolfgang Locher (LMU München), der die 160-seitige Festschrift zur 100-Jahr-Feier des Klinikums Dritter Orden maßgeblich erarbeitet hat, spricht von einer „elegant verschachtelten medizinischen Parklandschaft“.
Gefeiert wird das Gründungsdatum heute mit Gottesdienst und Festakt mit geladenen Gästen – und die Klinikküche läßt sich für die Patienten vielleicht etwas Besonderes einfallen... Im Lauf des Jahres sollen weitere Jubiläumsveranstaltungen für alt und jung folgen.
Klinikum Dritter Orden heute
Das Klinikum Dritter Orden ist seit 1979 akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München mit 574 Betten und 18 Plätzen für teilstationäre Behandlung. Ein umfassendes Diagnose- und Therapieangebot für Patienten aller Altersstufen wird garantiert durch neun Hauptabteilungen, fünf von Belegärzten betreuten Fachrichtungen und Kooperationen mit auf dem Klinikgelände niedergelassenen Fachärzten im Herzkatheterlabor, der Strahlentherapie, der Dialyseeinheit und dem 2007 eröffneten Diagnose- und Therapiezentrum (DTZ) an der Ecke Menzinger-/Franz-Schrank-Straße.
Besondere Schwerpunkte bilden die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifizierte Chest-Pain-Unit und das von der Deutschen Krebsgesellschaft ebenfalls erst vor kurzem zertifizierte Onkologische Zentrum – das Erste dieser Art in München, wie das Klinikum betont.
Expertise von überregionaler Bedeutung besteht überdies bei der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen und im Perinatalzentrum, in dem Risikoschwangerschaften, Früh- und Neugeborene umfassend betreut und angeborene Fehlbildungen operativ korrigiert werden. Das Spektrum wird ergänzt durch ein Ambulantes Operationszentrum (AOZ), das Sozialpädiatrische Zentrum und das Therapie-Centrum für Essstörungen (TCE). Aktuell finden im Klinikum Dritter Orden rund 2200 Entbindungen pro Jahr statt.
Die mehr als 1.500 Mitarbeiter betreuen Patienten in der Vision des Klinikums Dritter Orden „Kompetenz und Fürsorge für Ihre Gesundheit“. Rechtsträgerin ist die Schwesternschaft der Krankenfürsorge des Dritten Ordens München. |
 Und das Klinikgelände heute. |  Vor dem „Stammhaus“ des Klinikums Dritter Orden (v.l.): Dr. Peter Weidinger, Ärztlicher Direktor; Sr. Irmgard Stallhofer, Geschäftsführerin; Sr. Elfriede Retzer, Gesamtschulleiterin der Pflegeschulen; Anja Schulze, Stv. Pflegedirektorin, und Veronika Fleischmann, Pflegedirektorin; rechts im Hintergrund sieht man andeutungsweise die Erweiterungsbaustelle der Kinderklinik im Ditten Orden. Eine Kliniklandschaft dieser Größe kennt offenbar keinen Stillstand. Foto: U.L.
|
 Das Klinikum entwickelte sich kontinuierlich. Hier eine Südansicht 1957. Fotos: Archiv Dritter Orden |  Und 1984.
|
 Und mit der neuen Kinderklinik 2002. |
|
weitere Nachrichten Nymphenburg |