Ein Dino hilft der Wissenschaft
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Münchenanzeiger
Nymphenburg, 02.02.2012 14:00 |
 Die größte Aufmerksamkeit bei der Auftakt-Pressekonferenz zur Fördervereinsgründung genoss ein ganz besonderer Ehrengast: Ein Diplodocus-Saurier-Modell (sechs Meter lang, sechs Meter hoch und zwei Meter breit) ließ sich auf dem Museumsgelände im angrenzenden Innenhof der ehemaligen LMU-Institute für Genetik und Mikrobiologie nieder, um von Promis und einer Schulklasse der Maria-Ward-Grundschule ausgiebig bestaunt zu werden. Foto: stmwfk.bayern.de Katalysator für naturkundliche Bildung Bayerns / Gründung des Förderkreises Naturkundemuseum Bayern beim Museum Mensch und Natur
NYMPHENBURG. Verstreut in den Magazinen Bayerns Naturwissenschaftlicher Sammlungen ruhen 30 Millionen „Schätze“, aber nur ein winziger Teil dieser Sammlung von Weltrang ist der Öffentlichkeit zugänglich. Das 1990 als Provisorium eingerichtete und räumlich extrem begrenzte Museum „Mensch und Natur“ im Nordflügel von Schloss Nymphenburg könnte jetzt zu einem angemessen großen und modernen Naturkundemuseum Bayern um- und ausgebaut werden. Das Wissenschaftsministerium steht, zusammen mit einem breiten Kreis von Unterstützern aus Politik, Wirtschaft und Kultur hinter dem Projekt. Das wurde letzte Woche in Nymphenburg bei der Gründung des Förderkreises Naturkundemuseum Bayern e.V. unter anderem mit I.K.H. Dr. Auguste Prinzessin zur Lippe (Vorstandsvorsitzende), S.K.H. Ludwig Prinz von Bayern (Kuratoriumsvorsitzender) und Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch eindrucksvoll demonstriert.
Im Beisein von Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch wurde letzte Woche in Schloss Nymphenburg der Förderkreis Naturkundemuseum Bayern e.V. gegründet. Der Förderkreis mit den beiden Vorsitzenden I.K.H. Dr. Auguste Prinzessin zur Lippe und Prof. Randolf Rodenstock unterstützt den Ausbau des Museums Mensch und Natur zu einem angemessen großen und modernen Naturkundemuseum Bayern. Die Kosten hierfür werden auf etwa 70 Millionen Euro angesetzt.
Bereits am Vormittag schwebte ein riesiges Dinosauriermodell über den Dächern des altehrwürdigen Schlosses und nahm seinen Platz im Hof des ehemaligen Instituts für Genetik der LMU ein. Genau hier soll in den nächsten Jahren ein Neubau entstehen, der die bisher im Museum Mensch und Natur zur Verfügung stehende Ausstellungsfläche (bisher ca. 2500 Quadratmeter) mehr als verdoppeln wird.
Das im Jahr 1990 gegründete Museum Mensch und Natur zählt mit über 200.000 Besuchern jährlich schon jetzt zu den meist frequentierten Museen in Bayern und vermittelt auf höchstem Niveau naturkundliche Bildung für alle Alterstufen. Wissenschaftsminister Heubisch steht zusammen mit einem breiten Kreis von Unterstützern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und der Bevölkerung hinter dem Projekt.
Der Zeitpunkt für eine Erweiterung des Museums Mensch und Natur scheint optimal. Mit der Umsiedlung von zwei Instituten der Ludwigs-Maximilians-Universität nach Martinsried wurden in unmittelbarer Nachbarschaft des Museums im Schlossareal Nymphenburg geeignete Flächen frei. Erster Realisierungsschritt für das Bauprojekt, dessen Kosten mit 70 Millionen Euro angesetzt sind, ist ein Architektenwettbewerb. Der Förderkreis hat es sich zum Ziel gesetzt, die dafür erforderlichen Mittel in den nächsten Monaten einzuwerben. Noch in diesem Jahr soll der Wettbewerb stattfinden.
Die Förderkreisvorsitzende I.K.H. Dr. Auguste Prinzessin zur Lippe betont: „Unsere mehr und mehr naturentfremdete Jugend wieder an die Natur heranzuführen und sie von klein auf für Natur und Wissenschaft zu begeistern, sollte eines unserer Hauptanliegen in Bayern sein. Dies kann als direkte Investition in die Zukunft unserer Forschung, Bildung und Entwicklung gesehen werden. Ein Museum, das Biowissenschaften, Humanwissenschaften und Umwelt- und Naturschutzthemen abdeckt, würde, in Ergänzung zum Deutschen Museum, eine klaffende Lücke in unserer sonst so strahlenden Museen-Landschaft Bayerns schließen.“
Prof. Randolf Rodenstock ergänzt: „Bayern mit seinen herausragenden Wissenschaftseinrichtungen und erfolgreichen Unternehmen ist bestens aufgestellt, um für globale, von der Natur gebotene Herausforderungen vom Klimaschutz bis zur Welternährung Lösungen zu bieten. So nimmt Bayern mit mehr als 130 Biotech-Unternehmen und weiteren 100 Firmen aus der pharmazeutischen und chemischen Forschung eine Spitzenposition ein. Leider gefährdet der schon jetzt gravierende Mangel an entsprechend naturwissenschaftlich qualifizierten Nachwuchs Bayerns Spitzenposition. Das Naturkundemuseum wird helfen, diese Lücke zu schließen, wenn es auf sehr greifbare und sympathische Weise das Interesse junger Menschen weckt und sie bewegt, eine Ausbildung in naturkundlichen Disziplinen zu ergreifen."
Wissenschaftsminister Heubisch hebt hervor: „Der Ausbau des Museums Mensch und Natur ist von zentraler Bedeutung für den gesamten Freistaat. Das Museum betreut mit seinem hervorragenden museumspädagogischen Programm jährlich rund 1.300 Schulklassen – bei doppelt so hoher Nachfrage. Wir brauchen deshalb ein Museum mit mehr Platz und größeren Kapazitäten, das seinem Bildungsauftrag noch besser gerecht werden kann. Schließlich sind eine profunde Umwelterziehung und die Begeisterung für die Naturwissenschaften wichtiger denn je. Das Naturkundemuseum wird der Katalysator für die naturkundliche Bildung in unserem Land sein.“
Mit dem Naturkundemuseum soll eine dauerhafte und hochwertige Ausstellungsmöglichkeit für alle Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlun- gen Bayerns entstehen. Aufgrund der beengten Verhältnisse kann das Museum Mensch und Natur die ihm zugedachte Rolle als das zentrale Schaufenster der Sammlungen nicht angemessen ausfüllen. Von den über 30 Millionen „Schätzen“ in den Magazinen, darunter ein 30 Meter langes Saurierskelett und die weltweit größte Schmetterlingssammlung, ist momentan nur ein winziger Teil für die Öffentlichkeit zugänglich.
Nähere Informationen unter: www.namu-bayern.de |
 Den Schulterschluss für das geplante große Naturkundemuseum demonstrieren hier (von links) Prof. Dr. Gerhard Haszprunar (Direktor Zoologische Staatssammlung), Prof. Randolf Rodenstock, Minister Wolfgang Heubisch, I. K. H. Auguste Prinzessin von Bayern und S. K. H. Ludwig Prinz von Bayern. Foto: Peter Hemza |  Die mögliche Erweiterungsfläche an der Maria-Ward-Straße fügt sich nahtlos an das jetzige Museum Mensch und Natur an.
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 Kommt ein Dino geflogen .... Fotos: stmwfk.bayern.de | |
 Fasziniert von der Aktion waren auch die anwesenden Schüler/innen der Grundschule an der Maria-Ward-Straße. |
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