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Winthirschule: Fortschritt nach 5 Jahren


Nachricht von: Münchenanzeiger
Neuhausen, 26.01.2012 08:00


Der frühere Werkraum liegt größtenteils im Keller und bekommt kaum Tageslicht. Er dient seit Herbst 2010 als Speiseraum für die Grund- und die Mittelschule am Winthirplatz. Aktuell essen dort über 130 Kinder in sechs Gruppen und zwei Schichten zu Mittag. Die Stühle verursachen auf dem steinharten Bodenbelag einen Mordslärm. Davon konnten sich die Vertreter des BA 9, des Baureferates und des Referates für Bildung und Sport letzte Woche überzeugen; mit dabei waren auch die Schulleiter Eva Wobido (GS) und Thomas Häns (MS). Fotos: U.L.
Konstruktive Vorschläge zum Ausbau für den gebundenen Ganztagsbetrieb

NEUHAUSEN (U.L.) In der Winthirschule bereitet man sich schon fleißig auf die 100-Jahr-Feier der Schule im Mai vor. Das schönste „Geschenk“ für die Schulleiter der Grund- und der Mittelschule am Winthirplatz, Eva Wobido und Thomas Häns, wären konkrete Aussagen zu den Umbauten im Interesse einer gebundenen Ganztagsschule.
Hier sind die Grund- und Mittelschule am Winthirplatz zwar seit 2008 Vorreiter, genauso lange dauern aber auch schon die Überlegungen, wie der nötige Platz für Mittagsverpflegung und Mittags- und Nachmittagsbetreuung geschaffen werden kann. Der im Keller umfunktionierte Werk- bzw. Speisesaal ist im jetzigen Zustand jedenfalls nur ein Kompromiss, bis eine endgültige Lösung – die möglichst auch den Hort in der Schule einschließen soll – geschaffen werden kann. Eine vernünftige Verpflegung ist nämlich jetzt schon für rund 130 Kinder der beiden Schulen schwierig. Wenn die Ganztagsklassen wie geplant weiter ausgebaut werden, reicht der Platz schon im kommenden Schuljahr für bis zu 230 Kinder und Jugendliche hinten und vorne nicht mehr aus.
Dass es hier nach fünf Jahren Planung und Rückschlägen (ein Neubau an der Grenze zum Sportplatz wurde inzwischen abgelehnt) endlich Fortschritte geben könnte, ließ ein Ortstermin mit Vertretern des Baureferates, des Referates für Bildung und Sport, des örtlichen Bezirksausschusses, der Elternbeiräte und beider Schulleiter hoffen. Die Referatssprecher stellten drei denkbare Ausbauvarianten vor und fühlten einmal ganz unbürokratisch vor, welche Lösung vor Ort am besten ankommen würde. Darauf wollen sie nun ihre weiteren Prüfungen und Planungsschritte aufbauen.
Die Varianten 1 und 2 würden den jetzigen Speiseraum im Keller einbeziehen. Einmal würde der „Küchenblock“ auf etwa gleicher Höhe (halb über, halb unter dem Erdgeschoss-Niveau) außerhalb des alten Schulhauses angebaut, der Saal bliebe weitgehend unverändert. Variante zwei wäre ein kleiner Anbau mit Sitzplätzen und einer Kombination aus Küche und Speiseraum im jetzigen Saal. Variante drei bezieht den eingeschossigen Flachbau, in dem der Hort untergebracht ist, mit ein. Zu prüfen wäre, ob der Bau aus den 50-er Jahren um ein Stockwerk aufgestockt werden könnte oder gleich durch einen zweigeschossigen Neubau ersetzt werden kann. Diese Variante dürfte länger dauern und mehr kosten, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Sie schafft zusätzlichen Raum. Deshalb haben sich die Vertreter von BA 9, Schule und Elternschaft bei der Besprechung letzte Woche auch entschieden dafür ausgesprochen. Dahin soll nun also die weitere Planung von Seiten der Stadtverwaltung gehen. Über Kosten und Zeiträume konnten die Referatsvertreter verständlicherweise noch nichts sagen.
Für die nahe Zukunft haben Schul- und Baureferat bereits zugesichert, den jetzigen Speisesaal nach Möglichkeit benutzerfreundlicher zu machen. Dazu gehören: die gründliche Reinigung des Bodens in den Faschingsferien, Schallschutzmaßnahmen in den Osterferien und die Ergänzung der Ausstattung von einer weiteren Kühltheke bis hin zu Vorhängen.
Zuschüsse fürs CPN
Und noch ein Problem, das mit der Winthirschule gewissermaßen begonnen hat, steuert auf eine Lösung zu: Die Schwierigkeit, dass bisher nur einem Teil der Schüler aus der Grundschule und der Mittelschule am Winthirplatz ein Mittagessen und bestenfalls danach auch noch Lernhilfe angeboten werden kann, führte (wie berichtet) in den letzten Jahren zu einem völlig neuen Arbeitsfeld im nahegelegenen Clean-Projekt-Neuhausen (CPN) in der Andreestraße. Dort werden inzwischen 55 Kinder täglich ab ca. 12 Uhr mit einem warmen Mittagessen und danach mit Lernhilfe (GS bis 15.30 Uhr, MS bis 17 Uhr) betreut. Das Angebot wird aktuell von etwa 20 Grundschülern vom Winthirplatz genutzt, dazu kommen nochmal so viele Mittelschüler der Winthirschule, überwiegend aus Übergangsklassen. Weitere Kinder kommen inzwischen aus umliegenden Mittel- und Realschulen. Finanziert wurde das bisher fast ausschließlich aus Spenden, v.a. die Essenskosten. Für die Kinder sind die Mahlzeiten gratis. Der Raum und pädagogisches Fachpersonal für die Lernhilfe ist durch das Stadtjugendamt regelfinanziert.
In Kürze sollen aber auch Zuschüsse von Stadt und Freistaat für die sogenannte verlängerte Mittagsbetreuung fließen. Mit Unterstützung der Grundschulleiterin Eva Wobido wurde für zwei Schülergruppen aus der Grundschule ein Antrag zur Förderung einer „externen Mittagsbetreuung“ gestellt. Die Grundschule hat quasi zwei Mittagsbetreuungs-Gruppen ausgelagert und in die Verantwortung des CPN übergeben. Dafür bekommt das CPN die dringend erforderlichen Mittel. Für die Mittelschule wäre Vergleichbares möglich.
Ursula Löschau


Bei der Präsentation der möglichen Ausbauvarianten zeichnete sich rasch ab, dass die Vertreter des BA und der Schule/Eltern zu Variante drei (hier im Hintergrund zu sehen) tendieren.




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