Schäfflertanz: Dem Mutigen gehört die Welt !
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„Rein ins kalte Wasser! Denn das Wasser ist warm“. Oder: „Je dunkler die Wolke, desto strahlender leuchtet der Regenbogen!“ Noch was? „Je fester man eine Nessel anfasst, desto weniger brennt sie!“ Und natürlich: „Dem Mutigen gehört die Welt“.
Solche und ähnliche Sprüche finden sich in einem kleinen Bildkalender, den mir ein lieber Mensch zum Jahreswechsel überreicht hat, natürlich mit einem der schönsten aller Wünsche: „Lass dich ja nicht unterkriegen!“
Der Kalender kam mir in den Sinn, als ich am letzten Freitag auf dem Pasinger Bahnhofsplatz die Schäffler tanzen gesehen habe. Die Schäffler!
„Der Legende nach wurde der Tanz in München erstmals 1517 während einer Pestepidemie aufgeführt, um die Bevölkerung, die sich aufgrund der Pest kaum mehr auf die Straße traute, zu beruhigen und das öffentliche Leben wieder in Gang zu bringen.“
Das meldet die Wiki-Seite (Wiki: herrlich – wer gegen das Web-Lekikon schimpft, der hat sich noch nie durch Bibliotheken gewühlt und den sturen Blick von Bibliothekaren ertragen).
Da tanzen sie also wieder, diese wunderbaren g’standenen Mannsbilder mit schwarzen Schuhen, weißen Kniestrümpfen, schwarzer Kniebundhose, dem typischen Schurzleder, der leuchtend roten Jacke und der grünen Kappe. Bei Stadtführungen erzähle ich gerne vom „Positiven Denken“ der Schäffler, die sich nach der Pest endlich wieder auf die Straße getraut haben und den Menschen Mut schenkten.
Soll nicht ganz stimmen: „Erstmalig nachgewiesen ist der Münchner Schäfflertanz für das Jahr 1702[1]. Die Legende, die ihn mit der Pest in Verbindung bringt, dürfte erst im 19. Jahrhundert entstanden sein. So wird bezweifelt, dass es 1517 in München überhaupt eine Pestepidemie gab, da die Sterberegister für dieses Jahr keine auffälligen Todesraten aufweisen …“
Nun denn. Keiner von uns war dabei, damals. Für mich ist der magische Reigentanz mit den Reifen ein Muß, eine getanzte, münchnerische Bestätigung meines Lebensmottos „Jetzt erst recht!“ Dazu das Männerbündlerische. Schurz, weiße Handschuhe, Meistergrade, Schläge auf das Fass im 3-er-Takt …
Herrlich. Die Schäffler sind für das Überleben im heutigen München viel, viel wichtiger, als das übliche Traditionsgetue ahnen lässt! Fritz Fenzl |
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