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Paulaner will nach Westen


Nachricht von: Münchenanzeiger
Langwied, 25.01.2012 12:00


Echtes „Münchner Bier“ – diese Marke ist für die Brauereien in der Stadt viel wert. Ein Umzug in eine Gegend, in der sich vielleicht günstiger produzieren ließe, kommt darum nicht in Frage. Schließlich hängt auch die Zulassung zum Oktoberfest und damit der Bekanntheitsgrad in aller Welt direkt mit dem Stand­ort München zusammen. Doch was tun, wenn der Platz in der Stadt fehlt, wenn man expandieren möchte? „In München gibt es kein Grundstück, wo man einfach mal eine Brauerei hinstellen kann“, stellt Christian Dahncke, erster Braumeister bei Paulaner, fest. Doch im Autobahndreieck der A 8 und A 99 bei Langwied wartet die Lösung auf die Paulaner Brauerei. Bis in etwa fünf Jahren sollen Produktion, Abfüllung und Logistik dorthin verlagert werden.
MÜNCHEN-WEST (kö) Echtes „Münchner Bier“ – diese Marke ist für die Brauereien in der Stadt viel wert. Ein Umzug in eine Gegend, in der sich vielleicht günstiger produzieren ließe, kommt darum nicht in Frage. Schließlich hängt auch die Zulassung zum Oktoberfest und damit der Bekanntheitsgrad in aller Welt direkt mit dem Stand­ort München zusammen. Doch was tun, wenn der Platz in der Stadt fehlt, wenn man expandieren möchte? „In München gibt es kein Grundstück, wo man einfach mal eine Brauerei hinstellen kann“, stellt Christian Dahncke, erster Braumeister bei Paulaner fest.
Seit 1634 produziert die Brauerei am Nockherberg in der Au, doch langsam wird es dort zu eng. Obwohl der Bier-Konsum pro Kopf zurückgeht - die beiden Marken Paulaner und Hacker-Pschorr wachsen weiter. Aber anbauen, das geht am Nockherberg nicht. Ein Glücksfall war es darum, dass es in München doch ein Grundstück gibt, das quasi auf eine Brauerei wartet. Im Autobahndreieck der A 8 und A 99 bei Langwied plante bereits die Spaten-Löwenbräu-Gruppe einen Neubau, sagte dann jedoch überraschend ab (wir berichteten). Im November schlug Paulaner zu und entschied sich für einen Umzug an den Stadtrand.
Produktion nach Langwied
Geschäftsführer Andreas Steinfatt und Braumeister Christian Dahncke stellten nun dem Bezirksausschuss Aubing-Lochhausen-Langwied die konkreten Pläne vor. Die Brauerei, die Abfüllung und die Logistik sollen in etwa fünf Jahren mit ca. 300 Mitarbeitern den Betrieb in Langwied aufnehmen, die Verwaltung bleibt am Nockherberg. Das neue 15 Hektar große Areal ist fast doppelt so groß wie die derzeitigen Flächen in der Au, der Neubau, in den rund 300 Millionen Euro investiert werden sollen, bietet der Brauerei diverse Entwicklungsmöglichkeiten. Ein umweltschonendes Energiekonzept ist geplant und Braumeister Dahncke freut sich besonders, dass dann die Arbeitsabläufe in der Produktion optimal aufeinander abgestimmt werden können. Am Nockherberg habe man teilweise noch einen Stand „wie 1950“, berichtet er. „Es ist nicht lustig, im dritten Untergeschoss einen Kessel zu schrubben.“
Praktisch, vor allem für den Export, ist die nahe gelegene Autobahnzufahrt. Rund 350 Lastwagenbewegungen täglich erwar- tet man im Sommer. Die Sorge der Anwohner: Kommen die alle wirklich über die Autobahn? Versprechen mag Geschäftsführer Steinfatt hier nichts Konkretes, versichert aber alles Nötige zu tun, damit die umliegenden Wohngebiete von den Lastern verschont bleiben. Für die Brauerei wird der Umzug schon eine Herausforderung, gibt Dahncke zu: „In der Au muss der Betrieb in den nächsten paar Jahren erfolgreich weiterlaufen, gleichzeitig eine Brauerei planen, die irgendwann auch mal aufsperren muss, dass wird ein Spagat.“
Bis dahin steht noch einiges auf dem Programm: Im Moment feilt man an der Grundplanung. Um Baurecht zu bekommen fehlen noch einige Gutachten. Ist das geklärt, gehen die Arbeiten auf dem Grundstück los: Brunnen bohren fürs Brauwasser, Sparten, Wasser und Abwasser verlegen, auch die Hochspannungsleitung kommt in den Untergrund, eine neue Zufahrtstraße ist geplant, dann beginnt der Hochbau: Insgesamt rechnet man mit etwa 24 Monaten reiner Bauzeit. Trotz der Veränderungen – vieles bleibt trotz des Umzugs erhalten. „Wir werden auch weiterhin traditionelle Brauweisen anwenden“, versichert Dahlcke. „Der Biergeschmack und die Qualität bleiben gleich.“
Nicole König


Ein wichtiger Faktor: die Transportlogistik von und zur Brauerei.



Die Bilder liefern einen Eindruck vom jetzigen Brauereibetrieb am Nockherberg in der Au. Fotos: Paulaner Brauerei Gruppe


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