Kein Bahn-Hof für den Bahnhof? Kritik an den Planungen zur Umgestaltung des Oertelplatzes
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Münchenanzeiger
Allach, 03.02.2012 12:00 |
 Statt eines grünen Ortsmittelpunktes verkomme der Oertelplatz zum Tiefgaragen-Vorplatz, das Einkaufszentrum sei völlig überdimensioniert: So die Kritik des Münchner Forums an den aktuellen Planungen zum Oertelplatz. Grafik: aurelis Oertelplatz: Bürger gefragt
ALLACH Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens gibt es am 07. März eine öffentliche Vorstellung der geplanten Umgestaltung und Bebauung des Oertelplatzes und des benachbarten Grundstücks, um 19 Uhr in der Aula des Louise-Schroeder-Gymnasiums, Pfarrer- Grimm-Str. 1.
ALLACH (kö) Der Oertelplatz als Tiefgaragenvorplatz, ein überdimensioniertes Einkaufszentrum, kein Bezug zur Umgebung und eine Existenzbedrohung für die Allacher Einzelhändler? So hat man sich in Allach die Umgestaltung des Oertelplatzes bestimmt nicht vorgestellt. Seit die Pläne für die lang ersehnte Modernisierung des Ortskerns im Juli vergangenen Jahres vorgestellt wurden, überwog vor Ort eher Erleichterung, dass „endlich was passiert“. Kritik war nur wenig zu hören. Das holt das Münchner Forum nun quasi nach, wobei es für Änderungen am Bebauungsplanentwurf noch nicht zu spät ist. Seit über 40 Jahren mischt sich der Verein in die Stadtentwicklung ein. Ehrenamtlich befassen sich dort fachkompetente und interessierte Bürger regelmäßig mit aktuellen Planungen. Die Meinung des Forums hat in der Stadtverwaltung durchaus Gewicht. „Wir sind eine konstruktive Opposition zur Stadt“, formuliert es Geschäftsführerin Ursula Ammermann.
Mit den vorliegenden Plänen zum Oertelplatz ist der Arbeitskreis Bauleitplanung des Forums alles andere als zufrieden. Generell begrüßt man zwar eine Neugestaltung, doch es gibt große Bedenken. „Man kann hier nicht einfach ein Einkaufszentrum hinsetzen, das ist nicht ortstypisch“, kritisiert Ammermann. 13.000 Quadratmeter Geschossfläche, das sei für Allach „überdimensioniert“, urteilt das Münchner Forum. Vor allem vermissen die Bürger eine Untersuchung über die Auswirkungen des Einkaufszentrums auf den Einzelhandel in der Umgebung. Bedroht sieht man durch die Konkurrenz die Geschäfte in der Vesaliusstraße und die bereits vorhandene Gastronomie am Oertelplatz.
Auch steht die Frage im Raum, welche Lebensmittelmärkte in das Zentrum ziehen sollen, denn Aldi, Lidl, REWE, Netto, HIT und Tengelmann sind im weiteren Umkreis bereits vertreten. „Im Lebensmittelbereich besteht somit für Allach-Untermenzing mindestens eine Vollversorgung, wenn nicht bereits jetzt eine Überversorgung“ - weitere Märkte führten definitiv zu einer Überversorgung, so die Forums-Mitglieder. Generell nehme das eingeschossige Einkaufszentrum zu viel Platz weg. Der Vorschlag: Umplanen - zwei Geschosse auf einer kleineren Grundfläche mit entsprechend geringerer Verkaufsfläche. Dafür noch ein Stockwerk mit Wohnungen obendrauf - ähnlich wie bei den Pasing Arcaden. Die frei werdende Fläche soll ebenfalls für den Wohnungsbau genützt werden. Auskunft möchte man zudem über den zu erwartenden Verkehr zum Einkaufszentrum und die Belastung der umliegenden Straßen.
Enttäuschung herrscht beim Thema Oertelplatz. Dieser sei die „einzige erhaltenswerte“ Fläche. Doch in der vorliegenden Planung werde der „baumbestandene grüne Platz“ einer „schnöden Tiefgaragenzufahrt und einer völlig überdimensionierten überdachten Bushaltestelle geopfert“.
Das Fazit der ehrenamtlichen Kritiker ist hart: Die Planung werde dem Ziel nicht gerecht ein „angemessenes Zentrum „ mit einem aufgewerteten S-Bahn-Zugang zu schaffen, „sozusagen ein Bahn-Hof für den Bahnhof“. Der Bereich um den Oertelplatz solte besser gemeinsam mit dem Kirschgelände neu gestaltet werden - „nur so ist eine optimale Lösung möglich.“
Das aus dem Stadtteil bisher wenig Kritik kam, führt Ammermann darauf zurück, dass zu wenig über das Vorhaben informiert wurde. Sie fordert darum eine öffentliche Infoveranstaltung, besonders für alle Nachbarn und Geschäftstreibenden. |
 Die geplanten Flachdächer im Wohngebiet neben dem Einkaufszentrum kommen beim Münchner Forum nicht gut an: Sie passen nicht in die Umgebung. Grafik: aurelis |
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